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Indizierungen, Beschlagnahmungen & Listenstreichungen für Dezember 2017

Indizierungen, Beschlagnahmungen & Listenstreichungen für Dezember 2017

Viele haben auf ein Weihnachtswunder gehoft oder wenigstens auf eine Überraschung unter dem Weihnachtsbaum. Doch bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien darf man eigentlich nicht mit solchen Ereignissen rechnen. Nun ja, zuimndest die Film-Fans konnten im letzten Bericht der deutschen Behörde einige freudige Nachrichten finden. Doch gehen wir vorerst Mal auf unsere Gaming-Fans näher ein.

Im vergangenem Jahr, genauer gesagt im November, berichteten wir euch, dass die Beschlagnahmung von Dead Rising (2006) aufgehoben wurde und die indizierte Fassung von Listenteil B auf A umgetragen wurde. Allerdings wurde nur einen Tag später von einer weiteren Beschlagnahmung bekannt, die bereits im Juni 2017 vom Amtsgericht Duisburg ausgesprochen wurde. Ebenfalls betroffen ist die erste Fortsetzung des Spieles. Nun findet sich Beschluss im Bericht der BPjM, sodass alle Fassung des Zombie-Games wieder auf Liste B gesetzt wurden. Die Rechtsanwälte von Capcom arbeiteten jedoch im Hintergrund bereits daran, diesen Beschluss aufheben zu lassen, sodass die Games erstmals in Deutschland veröffentlicht werden können. Denn, der erste Teil der Reihe, der in Deutschland gespielt wurde, war erst „Dead Rising 4“, der Anfang letzten Jahres erschien.

Kommen wir nun zu den Filmen, wo sich bei den Indizierungen nur die drei bekannten Werke Crank 2: High Voltage und Mondo Cannibale und dessen Fortsetzung wiederfinden. Auch eine Umtragung findet sich diesmal; dabei handelt es sich um Wes Cravens‘ Klassiker The Last House on the Left alias „Mondo Brutale“, der nun vom Listeteil B auf A befördert wurde.

Während sich bei den automatischen Listenstreichungen nur kleine Titel wie etwa „Body Parts“ (1991) oder „Snake Eater III – His Law“ mit Lorenzo Lamas finden, zeigen die beiden Listenstreichungen hinter denen Anträge und Labels stecken durchaus tolle Titel. Neben dem Selbstjustiz-Klassiker The Exterminator ist hier auch der tödliche Action-Film Naked Weapon mit Maggie Q mit an Bord.

Nachfolgend die komplette Auflistung mit allen Geschehnissen des vergangenen Monats:

Indizierungen

  • Crank 2: High Voltage (Blu-ray) von Ascot Elite Home Entertainment auf Liste A
  • Mondo Cannibale (DVD) von ’84 Entertainment auf Liste A
  • Mondo Cannibale 2. Teil – Der Vogelmensch (DVD) von ’84 Entertainment auf Liste A

Umtragung von Liste B in Liste A

  •  Last House on the Left (DVD) von Metrodome Distribution
  • The Last House on the Left (Blu-ray) von NSM Records, Turbine Home Entertainment, Atlas International
  • Mondo Brutale (VHS) von Mike Hunter Video GmbH
  • Wes Craven’s The Last House on the Left (DVD) von Laser Paradise & KSM GmbH
  • Wes Craven’s The Last House on the Left (DVD) von XT Video Entertainment

Umtragung von Liste A in Liste B

  • Dead Rising (XBox 360, UK-Version) von Capcom Europe Ltd.
  • Dead Rising (XBox 360, EU Version) von Capcom Europe Ltd.

Automatische Listenstreichung gemäß §18 Abs. 7 JuschG

Filme:

  • Body Parts (VHS) von CIC Video
  • Fathi Sultanin Fermani (türk. VHS) von Yeni Minareci
  • Snake Eater 3 (VHS) von Starlight
  • Son Adam (türk. VHS) von Yeni Minareci

Spiele:

  • Die Hard II (Amiga) für Grandslam

Listenstreichung gemäß §18 Abs. 7 Satz 1 i.V.m. §21 Abs. 5 Nr. 2 JuschG

  • Der Exterminator (VHS) von Thorn Emi Video
  • Der Exterminator (DVD) von Medien Vertriebs GmbH
  • Naked Weapon (DVD) von MC One
  • The Exterminator (engl. VHS) von Intervision

Beschlagnahmung gemäß §131 StGB

Spiele:

  • Dead Rising (X-Box One, US-Version) von Capcom USA Inc.
    AG Duisburg, Beschlagnahmebeschluss vom 23.06.2017, Az.: 11 Gs 1801/17
  • Dead Rising 2 (X-Box One, US-Version) von Capcom USA Inc.
    AG Duisburg, Beschlagnahmebeschluss vom 23.06.2017, Az.: 11 Gs 1801/17

Erklärung zu den einzelnen Begriffen

Die Beschlagnahmung und Indizierung von Filmen ist in Deutschland immer noch ein großes Streitthema und wird konsequent durchgesetzt. So vergeht kaum ein Monat in dem nicht etwas verändert wird, teilweise auch zum positiven durch Listenstreichung. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Indizierung und Beschlagnahmung und welche Listen gibt es?

Die Beschlagnahmung eines Filmes nach einem oder selten auch mehreren spezifischen Paragraphen, wie z.B. §131 (Gewaltverherrlichende Inhalte) oder §184 (Kinderpornografie), sieht vor, dass dieser Film nicht öffentlich angeboten oder selbst an Erwachsene verkauft werden darf. Der Besitz ist generell verboten wenn es sich um den bereits genannten Fall von Paragraph 184 des Strafgesetzbuches handelt.

Bei der Indizierung schaut das ganze anders aus. Wurde der Antrag auf die Indizierung eines Werkes gestellt, muss die dafür zuständige Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) diesen erst anschauen und dann urteilen, ob dieser indiziert wird und in welcher Kategorie. Wenn dieser dann tatsächlich indiziert ist, darf er nicht mehr öffentlich angeboten werden, jedoch ist es einem Erwachsenen erlaubt diesen zu erwerben. Hierbei kommen wir auch nun zum nächsten Punkt: Den Listen

Es wird unterschieden Zwischen Liste A und B. Bei der ersteren handelt es sich um Filme mit jugendgefährdendem Inhalt und beim zweiten Fall (der Liste B) geht es um Filme, die laut der BPJM schwer jugendgefährdend sind und auch strafrechtlich gesehen laut dem Gesetzgeber bedenklich sind. Diese werden dann zu einem Amtsgericht weitergeleitet, welches dann ggf. noch eine Beschlagnahmung nach einem zutreffenden Paragraphen ausstellen könnte.

Titel auf den Listen A und B, also indizierte Filme, können allerdings auch wieder freigegeben werden. Hierbei spricht man von einer Listenstreichung. Diese erfolgt 25 Jahre nachdem über den Film von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien geurteilt wurde, man der Ansicht ist, dass diese Indizierung nicht mehr zeitgemäß ist und der Film noch einmal einem Gremium aufgetischt wird. Dann unterscheidet der Gesetzgeber zwischen § 18 Absatz 7 des Jugendschutzgesetzes mit einer Streichung nach dem Ablauf von 25 Jahren, oder mit § 23 Absatz 4 des JuSchG (Jugendschutzgesetz), einem auf Antrag VORZEITIG gestrichenem Film.

Wenn die BPJM jedoch Filme nach 25 Jahren “entindizieren” kann, so können sie das jeweilige Werk auch folgeindizieren. Die Folgeindizierung tritt dann ein, wenn der Film laut des Gremiums immer noch die Kriterien für eine Indizierung erfüllt, aber noch nicht auf Liste A oder B vermerkt ist.

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