Login
 
RSS Feed Twitter Facebook Google+

Regisseur Umberto Lenzi ist im Alter von 86 Jahren gestorben!

Regisseur Umberto Lenzi ist im Alter von 86 Jahren gestorben!

Kommt man auf die Genre-Regisseure Italiens zu sprechen, fallen meisten die drei gleichen Namen – Mario Bava († 25. April 1980), Lucio Fulci († 13. März 1996) und Dario Argento – allesamt Meister ihres Fachs, die sich aber vor allem immer nur einem Genre gewidmet haben. Anders sah dies bei ihrem Kollegen Umberto Lenzi aus, der sich im Laufe seiner Karriere durch fast jedes Genre durchgearbeitet hat und damit das 40 Jahre des italienische Kinos prägte. Wie wir nun berichten müssen, ist der italienische Regisseur gestern im Alter von 86 Jahren verstorben!

Über den Gesundheitszustand Lenzis‘ war nichts bekannt. Jedoch befand sich der Regisseur bereits seit längerer Zeit im Krankenhaus Grassi di Ostia, wo er auch am Donnerstag verstarb. Zuletzt lebte er in einem Seniorenheim im gleichen Stadtteil Roms.

Nach seiner Schulzeit arbeitete Lenzi bei mehreren Lokalzeitungen als Journalist, bevor er sich auch den technischen Aspekten des Filmemachens widmete und 1961 mit „Piratenkapitän Mary“ sein Debüt als Regisseur gab. Seither war er ein verlässlicher Partner beim Film und war in so ziemlich jeden Genre beheimatet: Angefangen von klassischen Dramen („Katherina von Russland“) bis hin zu Italowestern („Copper Face“), Horrorfilmen („Ghosthouse“-Reihe) und etlichen Poliziotteschi-Filmen, wo er oftmals mit Kult-Star Tomás Milián († 22. März 2017) zusammenarbeite. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden Klassiker wie „Der Berserker“, „Flash Solo“, „Das Schlitzohr und der Bulle“ und „Die Kröte“.

1969 entstand schließlich mit „Orgasmo“ der erste Gialli des Regisseurs, auf dem noch weitere Klassiker des Sub-Genres des italienischen Thrillers folgen sollten. Mit „Mondo Cannibale“ (1972) lieferte er damals einen der kontroversesten Filme der damaligen Zeit ab, welcher erstmals Tiertötungen, nicht im Zusammenhang der Dokumentation zeigte. Der Film war der Startschuss für das Subgenre des Kannibalenfilms, welches einige Jahre später die Kinos auf allen Kontinenten eroberten. Mit „Lebendig gefressen“ (1980) und „Die Rache der Kannibalen“ (1981) folgten noch zwei weitere Filme des Genres, welche bis heute in ihrer ungeschnittenen Fassung in Deutschland beschlagnahmt sind.

Im Zuge des Horror-Booms widmete er sich in den 80er auch vermehrt diesem Genre und lieferte hier unter anderem Werke wie „Großangriff der Zombies“ (1980), die „Ghousthouse“-Reihe, wo er insgesamt drei der fünf Filme inszenierte, und „Black Zombies“ (1990). Zwei Jahre später beendete der damals 61-jährige mit dem Actionthriller „Mean Tricks“ seine Karriere als Regisseur. Im neuen Jahrtausend kehrte Lenzi wieder zu seinen Wurzeln zurück und begann wieder mit dem Schreiben. Während er bei der Filmzeitschrift „Notturno“ eine Kolumne hatte, verfasst er auch mehrere Kriminalromane.

2004 wurde Lenzi eine besondere Ehre zu Teil, als im Rahmen der Filmbiennale in Venedig, sein Werk „Orgasmo“ gezeigt wurde.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)